Regeneratives Wirken
Jenseits von Nachhaltigkeit

Lange war "Nachhaltigkeit" (Sustainability) das Mass aller Dinge. Doch der Begriff ist statisch. Er bedeutet wörtlich "erhalten" (to sustain). In einer Welt, in der ökologische und soziale Systeme bereits tief geschädigt sind, reicht es nicht aus, den Status quo zu erhalten oder "keinen weiteren Schaden" anzurichten (Net Zero). Wir streben nach einer regenerativen Ökonomie.
- Extraktiv (Alte Ökonomie): Wir entnehmen Ressourcen und hinterlassen Abfall. Der Gewinn ist privat, die Kosten trägt die Allgemeinheit.
- Nachhaltig (Übergang): Wir entnehmen nur so viel, wie nachwächst ("Net Zero"). Wir minimieren unseren Fussabdruck.
- Regenerativ (Colearning): Wir handeln als Teil des Ökosystems so, dass es danach fruchtbarer, resilienter und lebendiger ist ("Net Positive"). Wir hinterlassen einen positiven Handabdruck.
Die Serviceberry-Ökonomie

Wir lernen dabei von der Natur, inspiriert durch die Arbeit der Biologin Robin Wall Kimmerer zur Serviceberry (Felsenbirne). Ein Baum hortet seine Früchte nicht, um ihren "Wert" durch künstliche Knappheit zu steigern. Er gibt sie verschwenderisch an die Vögel. Dies ist keine Wohltätigkeit, sondern eine Überlebensstrategie. Die Vögel verbreiten die Samen. Das Geschenk sichert die Zukunft des Baumes besser als das Behalten.
“Gaben festigen die mystische Erkenntnis der Teilhabe an etwas Grösserem als man selbst.”
(Charles Eisenstein)
Weiterführende Literatur & Quellen
- Robin Wall Kimmerer: The Serviceberry (natürliche Schenk- und Tauschkreisläufe).
- Charles Eisenstein: Sacred Economics (Rückbesinnung auf Werte der Schenkökonomie).
- Elinor Ostrom: Was mehr wird, wenn wir teilen (Allmende-Ökonomie).
- Kate Raworth: Doughnut Economics. (Das Konzept der gerechten und sicheren Zone für die Menschheit).